Orchesterkonzert „Klangfarben“
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Die Konzertbesucher dürfen sich auf einen abwechslungsreichen, sommerlich leichten und farbigen Konzertabend freuen.

Carl Philipp Emanuel Bach, der «Hamburgische Bach» gilt als einer der bedeutendsten Komponisten in der Zeit zwischen Barock und Wiener Klassik. Er war zu seinen Lebzeiten berühmter als sein Vater Johann Sebastian und wurde von Haydn und Mozart hoch geachtet. Sein Werkverzeichnis umfasst u.a. rund 50 Solokonzerte für Cembalo und Orchester. Stefan Müller spielt das1771 komponierte Konzert in c-moll auf einem Hammerflügel nach N. Streicher, Wien 1819, erbaut von K.H. Hug, Bergdietikon.

Die Kunst der Fuge ist ein Zyklus von vierzehn Fugen und vier Kanons von Johann Sebastian Bach. In Contrapunctus I wird das Hauptthema in einer vierstimmigen Fuge vorgestellt und kunstvoll verarbeitet. Contrapunctus IV mit Themeneinsatz in der Umkehrung hat einen betont gelösten, freudigen Charakter. Contrapunctus VI ist stilmässig als Französische Ouvertüre angelegt. Hier führt Bach die Verkleinerung (also das Thema im doppelten Tempo) ein und tut dies witzigerweise schon in einem «verfrühten» Einsatz des Nebenthemas in Takt 2, bevor das Hauptthema zum ersten Mal abgeschlossen wurde.

Das Kammerorchester 65 hat Niklaus Keller damit beauftragt, ein Konzert für Orgel, Pauke und Streichorchester zu komponieren. Entstanden ist schlussendlich eine witzige, stark rhythmisch geprägte Komposition für Clavinet, Hammerklavier, Pauke und Streichorchester. Dieses Werk gelangt am 10. Juni 2011 in der Klosterkirche zur Uraufführung. Das Clavinet ist ein elektromechanisches Tasteninstrument mit Saiten, deren Klang aber elektronisch verstärkt wird. Der Klang ähnelt dem eines Cembalos. Es wurde besonders in den 1970er Jahren bei vielen Funk- und Rock-Aufnahmen eingesetzt. Im vorliegenden Konzert erweitert es das Spektrum an Klangfarben enorm.

Arvo Pärt, ein estnischer Komponist, gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten. Nach einer beinahe 10 Jahre lang dauernden schöpferischen Pause fand er 1976 zu einer eigenen musikalischen Sprache, die für sein Lebenswerk von nun an bestimmend wurde, dem sog. Tintinnabuli (lat. Glöckchen) Stil. Gemeint ist das «Klingeln» des Dreiklangs, dessen drei Töne das ganze Stück über mittönen. Pärt reduziert das Klangmaterial auf das absolut Wesentliche. Das kurze, ruhige Stück «Silouans Song – My soul yearns after the Lord» entstand 1991. Es ist ein Gebet ohne Worte.

Francis Poulenc schrieb sein einziges Orgelkonzert 1938. Es gehört heute zu den meistgespielten Orgelkonzerten des 20. Jahrhunderts. Wie viele seiner Kompositionen ist auch dieses Werk Poulencs durch eine ihm eigene Mischung aus Einfachheit und Witz, aus tiefer Empfindung und Religiosität geprägt.
Wenn der eröffnende mächtige Orgelakkord aufbraust, gefolgt von einer Verzierungsfigur, fühlt sich der Hörer wie mit einem Schlag in Bachs Zeiten versetzt. Doch Poulenc verrückt diesen Akkord an eine Stelle, auf die weder der Akkord selbst noch der Hörer gefasst ist. Es scheint, als öffne die Orgel ein Portal und gäbe das Ohr frei für eine faszinierende, farbige Klangwelt.


Stücke
Carl Philipp Emanuel Bach Konzert in c-moll Wq43/IV für Cembalo und Orchester
Johann Sebastian Bach 3 Contrapuncti aus der Kunst der Fuge
Niklaus Keller Konzert für Orgel, Schlagzeug und Streichorchester (UA)
Arvo Pärt Silouans Song für Streichorchester
Francis Poulenc Konzert in g-moll für Orgel, Pauken und Streichorchester


Mitwirkende
Kammerorchester 65
Stefan Müller (Cembalo, Orgel), Reto Baumann (Pauken, Schlagzeug)
Leitung: Alexandre Clerc

Aufführung
Freitag, 10. Juni 19.30 Uhr Klosterkirche Wettingen