Konzerte 2018
Fr, 4. / Sa, 5. / So, 6. Mai
Henry Purcell
The Fairy Queen

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Philosophie
The Fairy Queen
A Semi-Opera in 5 Acts by Henry Purcell
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In ganz Europa war man opernverrückt, doch in London sagte man: «Oper? – Nein, danke!» Menschen, die einander ansingen statt miteinander zu sprechen? Das ging doch wohl gegen jeden gesunden Menschenverstand! Im England des späten 17. Jahrhunderts liebte man zwar die Musik, auch Dramen mit viel Musik. Doch wenn ein solches Stück auf die Opernbühne – Pardon!: auf die Theaterbühne kam, so sangen die noblen Hauptpersonen nie. Singen durften niedere Personen wie Bauern oder Hirten, Figuren wie Elfen oder Nachtgespenster, und gern sah man auch einen «Wilden» auf der Bühne tanzen.

An diese Konventionen hatte sich auch der geniale Henry Purcell zu halten, als er 1692 eine Menge Musik für eine Aufführung von Shakespeares «Sommernachtstraum» schreiben sollte. Natürlich wurde dazu der originale (ach so altmodische!) Text erst mal umgedichtet und erhielt den neuen Titel «The Fairy Queen», «Die Elfenkönigin». Und natürlich sangen die Personen der Haupthandlung keinen Ton, genossen jedoch mit dem Publikum zusammen ausgiebige Musikeinlagen, die sogenannten «Masques». Es sangen und tanzten da verliebte Schäferinnen und Hirten, zwitschernde Vögel und zauberische Nachtgeister, der klirrendkalte Winter und der quicklebendige Frühling, dazu kamen Auftritte von allerlei Elfen, Affen, Grünen Männern, Chinesen, Betrunkenen und Verliebten. Zwei Stunden Musik kamen so zusammen: beschwingte Tänze, melodiöse Lieder, stimmungsvolle Chöre, eine Palette von Emotionen, Witz und Erotik – aber: Eine Oper ist die «Fairy Queen» leider nicht. «Semi opera» (Halboper) nannte man das unmögliche Ding damals, heute wäre es wohl ein «Musical».

Was also tun, wenn man Purcells herrliche Musik in einem sinnvollen dramatischen Rahmen aufführen will? – Natürlich könnte man die «Masques» mit der originalen Handlung von Shakespeares «Sommernachtstraum» verknüpfen. Das ergäbe jedoch ein wenig plausibles Theaterstück mit einer unmöglichen Dauer von rund 5 Stunden, mit zu viel Gesungenem für das Theaterpublikum und zu viel Gesprochenem für das Musikpublikum. Die eleganteste Lösung ist wohl, Shakespeares Handlung von einem Erzähler schildern zu lassen und Purcells «Masques» darin einzubauen – wo nötig auch mit einem Augenzwinkern…


Mitwirkende
Susanne Oldani, Sopran
Nicole Wacker, Sopran
Alice Gisler, Sopran
Bettina Schneider, Sopran
Anne Heffner, Mezzosopran
Raphael Höhn, Tenor
Yves Ehrsam, Tenor
Daniel Pérez, Bass

Birgit Steinegger, Rezitation

Chor der Kantonsschule Wettingen

Stella Maris Orchestra (auf historischen Instrumenten)
Renate Steinmann, Konzertmeisterin

Cristoforo Spagnuolo, Leitung



Aufführungen
Freitag, 4. Mai 19.30 Uhr Klosterkirche Wettingen Reservieren
Samstag, 5. Mai 19.30 Uhr Klosterkirche Wettingen Reservieren
Sonntag, 6. Mai 17.00 Uhr Klosterkirche Wettingen Reservieren